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333. Zürcher Porzellan- und Silberschrank

Um 1765, aus der Werkstatt der Bachofen oder Hirschgartner. Nussbaum, massiv und furniert. Zweiteiliger, hochformatiger Korpus mit wellig
ausgeschnittener, tiefer Zarge. Der Unterbau mit doppeltürigem Zentralfach und zwei seitlichen, dieses flankierenden Schrankfächern. Vorstehendes, sehr fein gearbeitetes und gerundetes Blatt. Darüber der Schrankaufbau von gleicher Anordnung. Das Innere mit Schubladen und Tablaren. Die Türen abschliessend geschweift und dem gekehlten und fein profilierten Kranzgesims folgend. Besonders schönes, flammiges und
gespiegelt furniertes Nussholz, in Federfries gerahmt. 180 x 45 cm, Höhe 240 cm.
- Leichte Alters- und Gebrauchsspuren, kleine Reparaturstellen. Kleine Furnierschäden an der Zarge.

Provenienz: Aus altem Zürcher Privatbesitz.
Der hier angebotene, ausserordentlich feine Porzellan- und Silberschrank, stellt ein vom Typus her besonders seltenes Zürcher Luxusmöbel des Rokoko dar und dürfte für eines der prächtigen Zunfthäuser der Limmatstadt, oder aber für eines der hochherrschaftlichen Privathäuser, wie etwa die Krone am Hirschengraben, dem heutigen Rechberg, entstanden sein. In die Zeit der Gründung der Zürcher Porzellanmanufaktur «Im Schooren» bei Kilchberg, im Jahre 1763, fällt die Datierung unseres Luxusmöbels, das zur Aufbewahrung der wertvollen heimischen Porzellan-Erzeugnissen diente, wie auch zur Verwahrung von Silber und feiner Tischwäsche. Dieser Deux corps gehört in seiner noblen, zürcherischen Schlichtheit und der einmaligen Qualität der Ausführung zu den bedeutendsten kunstschreinerischen Erzeugnissen seiner Zeit und kann nur verglichen werden mit dem sich in Privatbesitz befindlichen Aufsatzschreibschrank (Boller/Dubno Nr. 173), welcher um 1760 in der Werkstatt der Bachofen oder Hirschgartner entstanden ist. Mit diesem prachtvollen Schreibmöbel teilt unser Überbauschrank die einzigartige Wahl der edlen Furnierhölzer wie auch die harmonische Gesamtkomposition. Beide Meisterwerkstätten, Bachofen wie auch Hirschgartner, waren am Bau der Meisen - ein Hauptwerk des Zürcher Baumeisters David Morf (1701-1772) - tätig. Das Werkstatt- und Wohnhaus der Bachofen im Haus «Zur Hobelbank» an der Kuttelgasse in Zürich hat sich bis heute erhalten.
Literatur:
- Thomas Boller/Werner Dubno, Zürcher Möbel, das 18. Jahrhundert, Zürich, 2004, Abb.173
- Siegfried Ducret, Die Zürcher Porzellanmanufaktur und ihre Erzeugnisse im 18. und 19.Jahrhundert, Zürich,1958

Wir danken Herrn Thomas Boller, Meilen, für die Beschreibung dieses bedeutenden Zürcher Möbels.

Schätzung: CHF 4'000 – 7'000EUR 4'550 – 7'950

Details
Schuler Auktionen AG - Zürcher Porzellan- und Silberschrank
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